Verlassenschaftsabhandlung

Um sicherzustellen, dass das Vermögen eines Erblassers nach seinem Ableben an die tatsächlich berechtigten Personen übergeht, ist die gerichtliche, im außerstreitigen Verfahren durchgeführte Verlassenschaftsabhandlung zwingend vorgeschrieben. Es ist verboten, sich selbstständig in den Besitz von Nachlassvermögen zu setzen oder selbstständig über solche Werte zu verfügen, selbst wenn dies noch so dem Willen eines Erblassers entsprochen hätte.

Das Verfahren findet von Amts wegen statt, sobald ein Todesfall bekannt und gemeldet ist. Zuständig ist jenes Gericht, in welchem der Verstorbene seinen letzten ordentlichen Wohnsitz hatte – und nicht, wie oftmals vermutet, das Gericht des Sterbeortes.
Das Gericht bestellt den Gerichtskommissär. Dies ist der im Wohnsitzsprengel zuständige öffentliche Notar, der die gesamte Todesfallaufnahme durchzuführen hat und allenfalls das weitere Verfahren vorbereitet.

Es ist verpflichtend, einen Todesfall umgehend beim Gemeindeamt (Standesbeamten) zu melden und eine Bestätigung über das Ableben (Todesfallbestätigung) vorzulegen, welche vom Krankenhaus oder zuständigen Amtsarzt ausgestellt wird.

Die ersten Schritte

Nachdem beim Standesamt die Todesfallmeldung gemacht wurde, wird das Gericht vom Gemeindeamt informiert. Das wiederum verständigt den zuständigen Notar, der die Verlassenschaftsabhandlung einleitet. Zu diesem Zwecke schickt der Notar eine schriftliche Einladung an die Traueradresse. Sollte diese Adresse zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bewohnt werden, so ist doch zum Großteil eine Postumleitung an eine relevante Person gemacht worden. Es dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, bis diese Einladung zugestellt wird. Sollte sich der Todesfall im Ausland zugetragen haben, kann dies auch bis zu mehrere Wochen dauern.

Bei dieser ersten Einladung geht es im Wesentlichen darum, eine so vollständige wie mögliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Es ist nicht erforderlich, dass bei diesem ersten Termin die komplette Familie anwesend ist. Wie schon erwähnt ist hier eine Bestandsaufnahme Inhalt des Gesprächs und es ist deshalb wichtig, dass die Personen anwesend sind, die das Leben des Verstorbenen kannten, die wissen, wer die nächsten Verwandten sind, welchen Nachlass es gibt usw.

Das Bankkonto

Wichtig ist zu wissen, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Banken im Todesfall eines Kunden die Sperre der Konten des Erblassers vorschreiben (mit Ausnahme von „Oder-Konten“) und damit dritten Personen die Verfügung über solche bis zum Ende der Verlassenschaft nicht mehr möglich ist.

Die weiteren Schritte

Die weiteren Schritte einer Verlassenschaft sind sehr individuell. Leider gibt es keinen allgemein gültigen Verfahrensablauf. Ihr Notar berät Sie in dieser Angelegenheit ausführlich und begleitet Sie durch das komplette Verfahren.